Directors’ Dealing

By | 2013/03/14

Prinzipiell geht es beim Directors’ Dealing darum Wertpapiergeschäfte des Managements transparent zu machen [1]. Dies umfasst Mitglieder des Aufsichtsrat, Vorstand und Top-Management Positionen, sowie Personen die zu den genannten Personen ein entsprechendes Naheverhältnis haben.

In Österreich wird Directors Dealing das durch die Emittenten-Compliance-Verordnung der Finanzmarktaufsicht [2], bezugnehmend auf  § 48d Abs. 4 BörseG, geregelt. Zusätzlich findet sich in der aktuellen Fassung (Juli 2012) des Österreichischen Corporate Governance Kodex unter Nr. 73 eine entsprechende C-Regel die die unverzügliche Bekanntgabe von Directors Dealing Meldungen fordert [3]. C-Regel bedeutet hierbei “Comply or Explain” – d.h. die Regel muss eingehalten werden und falls davon abgewichen wird ist eine entsprechende Erklärung zu liefern.

Nach einer Konsolidierung und Qualitätssicherung der öffentlich zugänglichen Daten der FMA [4] ergibt eine Auswertung des Zeitraums von 2007 bis 2012 das insgesamt 3544 Transaktionen in dem genannten Zeitraum von 5 Jahren gemeldet wurden. Das sind im Durchschnitt 708,8 Transaktionen pro Jahr. Diese Transaktionen verteilen sich über 84 Emittenten – somit im Durchschnitt 8,4 gemeldete Transaktionen pro Jahr pro Unternehmen.

Wenn man die Summe der Käufe und Verkäufe sowie deren Differenz auf Emittenten bezogen untersucht stellt sich heraus das das Volumen der Verkäufe von 2009 ständig zugenommen haben, 2010 das Volumen der Käufe überstiegen und 2012 einen extremen Ausschlag hatten. Dies lässt sich aber auf den Verkauf der Anteile von Ronny Pecik an der Telekom Austria AG erklären [5].

Dennoch lässt sich der Trend erkennen das offenbar Directors Dealing ein Indikator für die Entwicklung von Wertpapieren geben können [6]. Man sollte hierbei jedoch beachten das nicht die ganze Wahrheit dargestellt werden kann – da wenn eine Person die unter “Directors Dealing” fällt, das Unternehmen verlässt – die Nachfolgenden Käufe bzw. Verkäufe nicht erfasst werden.

Anbei findet sich die Auswertung der Anteile der Top Gewinner bezogen auf den Gesamtgewinn, der wiederum basierend auf Netto-Daten also der Wert der Käufe abzüglich der Verkäufe ist.

Wie bereits vorhin in der Jahresentwicklung erwähnt, hat der Verkauf der Telekom Austria AG Anteile hier die Grafik maßgeblich beeinflusst. Ansonsten lässt sich hieraus keine spezifische Branche erkennen die einen großen Einfluss auf die Gewinne ausmacht.

Und auf der anderen Seite die prozentuale Verteilung der Top Verlierer basierend auf der Gesamtsumme an Unternehmen die netto einen Verlust haben.

Diese sehen auf den ersten Blick recht homogen verteilt aus – jedoch erkennt man schnell das vor allem die Immobilien-Branche sehr zu leiden scheint. Zählt man die Anteile der Immobilien-Unternehmen zusammen kommt man auf einen Anteil von 57,07%. Und das bei einen attraktiven Immobilienmarkt mit Potential und einer entsprechenden Wertentwicklung in Wien das unsereins auch in steigenden Mietkosten spürt [7].

Spannend wird es wenn man sich anschaut wer und in welchen Namen  Geschäfte gemacht werden. Wenn man aus der Datenbasis jede Transaktion als gleichwertig ansieht – egal ob Kauf oder Verkauf –  so ergibt sich die folgende Verteilung auf juristische und natürliche Personen.

 

Konkret bedeutet dies das 7,87% der Transaktionen durch natürliche Personen, 92,13% durch juristische Personen getätigt werden. Solche juristischen Personen, meist in Form einer Privatstiftung, haben natürlich allerlei Vorteile [8].

Wie bereits erwähnt man sollte man diese Daten dennoch mit Vorsicht betrachten, da Käufe und Verkäufe außerhalb von “Directors Dealing”, die vor oder nach der Bestellung eines Managers passieren, nicht dargestellt sind und obendrein nicht garantiert werden kann das die Daten vollständig sind.

 

[1] Wikipedia, Directors Dealing

[2] RIS, Österreichisches Bundesrecht, Emittenten-Compliance Verordnung

[3] Österreichischer Arbeitskreis für Corporate Governance

[4] FMA, Directors’ Dealings Datenbank

[5] Format, Ronny Pecik ist die Telekom Austria los

[6] Börse Express, Directors Dealing

[7] Wienwert, Attraktiver Immobilienmarkt mit viel Potential und stabiler Wertentwicklung

[8] PWC, Soll ich eine Stiftung gründen?

 

 

 

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