Management Anforderungen & Probleme

By | 2013/06/08

Das es nicht unbedingt immer einfach ist seine Mitarbeiter zu managen glaube ich vielen Managern. Vor allem ist es dann verständlich wenn man immer wieder mal Quertreiber in den eigenen Reihen hat oder gar erfolgsgetriebene Yuppies oder Karrieremacher die auch gerne mal ihren Chef kannibalisieren um ihren Aufstieg beziehungsweise ihre Karriere zu beschleunigen.

Dennoch vergessen die meisten das es eine Art von Wechselbeziehung zwischen dem Vorgesetztem und dem Mitarbeiter gibt und die auch notwendig ist. Es aber nicht so das dies direkt im 1:1 Verhältnis ist – nach dem Motto “Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut” [1]. Abgesehen davon das ich das mit der Wirtschaft auch nicht glaube, ist es auch nicht so das es den Mitarbeitern gut gehen muss wenn es dem Manager gut geht und vice versa.

Ein Manager sollte entsprechende fachliche, methodische aber vor allem auch soziale Kompetenzen erfüllen, um seine Vorgaben und Ziele mit Hilfe seiner Mitarbeiter zu erreichen [2]. Das diese Anforderungen meist nicht zu 100% abgedeckt werden können ist verständlich,  dennoch kann man durch entsprechende Entwicklungsprogramme Defizite mindern beziehungsweise eliminieren.

Problematisch wird es dann wenn es in einer der Kategorien (z.B. soziale Kompetenzen) größere Defizite gibt beziehungsweise gar keine Kompetenzen vorhanden sind. Generell sollte man sich hier dann die Frage stellen wie eine solche Person in die entsprechende Position gekommen ist: durch das Peter-Prinzip [3], Vitamin B [4] oder durch Kanibalismus. Letztere Methode zielt dabei ab jegliche Mitbewerber zu eliminieren um als einzige mögliche Option für die Managementposition über zu bleiben.

Mitarbeiter selbst sollten natürlich ebenso die angesprochenen Kompetenzen erfüllen, aber meist mit verschiedenen Ausprägungen und unterschiedlichen Stärken. So wird für gewisse Jobs die fachliche Seite überwiegen, wo für andere wieder die soziale Komponente wichtig ist. Hier spielen natürlich noch viel mehr Faktoren eine Rolle – die wiederum vom Manager entsprechend berücksichtigt werden sollten, vor allem wenn es um Stärken und Schwächen von Personen innerhalb eines Teams geht.

Leicht hat es der Mitarbeiter auch nicht immer – zu hoher Workload, Unterbesetzung im Team, nicht kollegiale Kollegen, schlechte Arbeitsbedingungen, Stress mit dem Vorgesetzten oder auch private Probleme können den Mitarbeiter zu schaffen machen.

Im Zusammenhang mit dem Management sollte man hier zusätzlich noch das “Sandwich Problem” erwähnen. Hierbei handelt es sich um Mitarbeiter die einerseits von “oben” durch ihren Manager und andererseits von “unten” durch Kunden oder Kollegen Druck bekommen.

Hinzu kommen noch unterschiedliche Interessen zwischen Managern und dessen Mitarbeitern. Diese Thematik kennen wir ja schon von der Prinzipal-Agent-Theorie [5], die eine asymmetrische Informationsverteilung in den verschiedensten Formen als das entsprechende Problem für Interessenkonflikte darstellt. Kombiniert mit fehlenden sozialen und/oder methodischen Kompetenzen können daraus größere Probleme folgen, wenn der Manager Information beziehungsweise Interessen an seine Mitarbeiter nicht vermitteln kann. Kommt dazu noch ein Hauch von Arroganz und Selbstüberschätzung, was leider zu oft der Fall ist, dann liegt das Problem nicht bei einem selbst, sondern bei allen anderen. Beispiele von Chefs/Managern die nicht führen können gibt es zu genüge [6].

Das kann dann zu Ziel- & Orientierungslosigkeit führen, bestehendes Vertrauen zerstören, die Teamfähigkeit beeinflussen, und durch eine generelle schlechte Stimmung zu Demotivation bis hin zur Stillstand und Kapitulation führen.

Problematisch an der Situation wird dann, das durch ein schlechtes Management auch die persönliche Reputation darunter leiden kann. Vor allem wenn die Problem außenwirksam (z.B. durch Projektverzögerung) werden. Das kann dann die eigene Glaubwürdigkeit schaden oder gar längerfristig negative Auswirkungen auf die persönliche Karriere haben.

Was tun?

Zu aller erst, meine persönliche Meinung ist, dass man das Mitleid mit dem Management in Grenzen halten sollte. Einerseits handelt es sich hierbei um Personen die sich genau diesen Job ausgesucht beziehungsweise angestrebt haben, andererseits bekommen sie hierfür auch meist die entsprechende Entlohnung. Obendrein denken sie an das ständige Jammern der Manager das es der Firma ja so schlecht geht, das mehr Kosten eingespart werden müssen und man keine Stellen nachbesetzen kann. Und am Ende des Tages klopfen sich die Manager oft selbst auf die Schulter und lassen sich  eine saftige Gehaltserhöhung oder einen entsprechenden Bonus geben.

Wie bereits erwähnt sollte man sich selbst die Frage stellen wie Manager/Führungskräfte in die entsprechenden Positionen gekommen sind – das sagt viel über die Unternehmenskultur und auch die Entwicklungsmöglichkeiten in der Firma aus. Hier sollte man sich dann auch fragen ob man eine solche Karriere unter den entsprechenden Bedingungen anstreben will.

Ganz generell rate ich die Abhängigkeiten zum Unternehmen stets in Grenzen zu halten. Ein zinsfreier Gehaltsvorschuss ist ja super, aber nur wenn man das Geld dann nicht gebunden hat. Oder Firmenkredite die mit niedrigen Zinsen locken (Firmen machen das ja vor allem wegen der Mitarbeiterbindung), haben es meist nach der Kündigung in sich – da folgt dann eine Umschuldung zu meist gruselnden Konditionen. Auch sollte man bei Schulungs- & Trainingsangeboten vorsichtig sein – hier folgt ja meist eine Abschreibung über 3 Jahre, oft für ein Zertifikat das nach 1-2 Jahren schon wieder veraltet ist. Hierbei kann ich nur eine berufsbegleitende Ausbildung empfehlen (z.B. ein Bachelor oder ein Masterstudium auf einer Fachhochschule oder einer Universität – bringt viel und verliert nicht an Wert).

Am Ende, wenn man sich selbst in einer Situation, wie oben beschrieben, befindet sollte man das Ganze als Negativ-Beispiel sehen und aus den Fehlern lernen. Alles von Grund auf negativ zu sehen verbessert weder die Situation, die Stimmung noch trägt es zu einer Lösung bei.

Sofern möglich, sollte man versuchen ein vertrauliches Gespräch mit dem entsprechenden Manager zu führen, lenkt dieser nicht ein kann man dies auch eine Ebene höher versuchen, wobei dann das Problem besteht dass das Vertrauen permanent geschädigt werden könnte. Hilft das nichts so sollte man die Möglichkeit sich in einem Unternehmen selbst zu verändern, in Betracht ziehen. Vor allem bei größeren Konzernen gibt es auch meist sehr viele Möglichkeiten die auch entsprechend gefördert werden. Zusätzlich sollte man die angesprochenen Missstände adressieren, einerseits auf einem höheren Level andererseits in der Personalabteilung. Sollte all das keine Wirkung zeigen muss man irgendwo dann den Schlussstrich ziehen, die Komfortzone verlassen und einen Unternehmenswechsel in Betracht ziehen.

[1] WKO, Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut.  

[2] Teia, Unternehmensführung, Anforderungsprofil an Führungskräfte

[3] Wikipedia, Peter-Prinzip

[4] CIO, Karriere dank Beziehung

[5] Wikipedia, Prinzipal-Agent Theorie

[6] Ursula Kals, Wenn Chefs nicht führen können

 

 

 

 

One thought on “Management Anforderungen & Probleme

  1. Andreas Grüner

    Hallo Jürgen,

    das ist noch immer voll aktuell und von dir gut auf den Punkt gebracht worden.
    cheers AG

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